Klimawandel geht uns alle an

Berührende Aufführung der Klasse 4b der Friedrich-Fröbel-Schule.
Afrikaverein Focus unterstützt Theaterprojekt im Rahmen von „1 Kind – 1 Baum“

 

„Schau, das neue iPhone. Das musst du kaufen“ lockt das Teufelchen. „Papperlapapp. Dein Handy ist noch super“, hält das Engelchen entgegen. Ständig sind die Hauptfiguren des Theaterstücks den unterschiedlichsten     Versuchungen ausgesetzt. Dabei stehen Engelchen und Teufelchen für innere Stimmen, die jeden Menschen ständig begleiten.

Aktuelle Themen aufgegriffen

Kaum ein aktuelles Thema, das nicht von den jungen Akteuren der Klasse 4b der Friedrich-Fröbel-Schule in Viernheim aufgegriffen und beleuchtet wird. In den letzten sechs Monaten haben sich die Kinder intensiv mit den Themen Klimawandel, Umweltschutz und Recycling auseinandergesetzt. Gemeinsam mit der Künstlerin und Tänzerin Isabel Ringhof, tatkräftig unterstützt von der Klassenlehrerin Birte Markwort wurde ein absolut sehenswertes Theaterstück entwickelt. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b erarbeiteten in einer ersten Phase die wichtigen Themen, die das Theaterstück zum Gegenstand haben soll: Burger anstatt gesundem Essen, Süßgetränke anstatt Wasser, Müll und Hinterlassenschaften von Hunden werden mitten in der Natur entsorgt, riesige Waldflächen werden hemmungslos abgeholzt und verlieren so ihre Funktion als notwendige Sauerstoffspender, Abgase von Autos und Flugzeugen verpesten unsere Umwelt.

In einem aufwendigen Prozess wurden die zahllosen Ideen zu einem Theaterstück verarbeitet. „Wir verbrachten viel Zeit mit Improvisationstheater und entwickelten so die Dialoge und Geschehnisse. Teilweise wurden Textteile von den Schülern alleine geschrieben“, so Isabel Ringhof, die die Theater AG leitet. „Erstaunlich war, dass Schüler, die anfangs dem Projekt eher zurückhaltend oder ablehnend gegenüber standen, sich hervorragend in die Gruppe hineingefunden haben.“

So wurde auch die Vermüllung der Meere thematisiert: „Ich könnt‘ schrei’n“, so das Meer „euer Müll und Dreck nimmt den Tieren den Lebensraum weg. Plastik, Plastik, Plastik überall.“ Das Theaterstück findet seinen emotionalen Höhepunkt, als ein Kind erfährt, dass es an Leukämie erkrankt ist. Erst der Kontakt zu einem sprechenden Baum und die Begegnung mit wahren Freunden gibt dem Mädchen ihren Lebensmut zurück

Fridays-for-Future stand Pate

In einem eindringlichen Schlussapell fordern die Kinder die Zuschauer  in Form einer „Frydays-For-Future-Demonstration“ dazu auf, selbst aktiv zu werden und die Umwelt unserer schönen Erde zu schützen.

Isabel Ringhof blickt dankbar zurück. Sie erinnert sich an viele kostbare Erfahrungen, wenn sie an die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern denkt. Die qualitative Reife hat das Theaterstück jedoch  erst durch die tatkräftige Unterstützung der Klassenlehrerin Birte Markwort erlangt. In der Schlussphase lud sie an einem Sonntag kurzerhand die komplette Klasse zu sich nach Hause nach Mörlenbach ein, um die Kulissen fertig zu stellen.

Anknüpfungspunkt ist das Projekt „1 Kind – 1 Baum“, das von dem Afrikaverein FOCUS zusammen mit der Schulverwaltung in Silly und der Stadt Viernheim initiiert wurde. Dabei setzen sich sowohl die Kinder in Viernheim als auch in der Partnergemeinde Silly in Burkina Faso mit dem weltweiten Klimawandel auseinander. Schwerpunkt in Afrika ist die Bohrung von Brunnen und Pflanzung tausender Obstbäume an den Schulen, wobei jeder Baum von einem Kind persönlich gepflegt wird. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.