Starkes Afrika = Starkes Europa

Mai 2019: Sehenswerte Plakatausstellung im Rhein-Neckar-Zentrum Viernheim

„Sawubona, sawubona, freut uns sehr, euch zu sehen“, mit Begeisterung sangen die Schüler des Schulchors der Friedrich-Fröbel-Schule am Central Court im Rhein-Neckar-Zentrum Viernheim. Anlass war eine Plakatausstellung anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Viernheim und der afrikanischen Gemeinde Silly. Bei einer Plakatausstellung zum Thema „Afrika“ erwartet man schöne oder auch weniger schöne Bilder von Menschen, die meist in ärmlichen Verhältnissen leben. Bilder von einem Kontinent, der in den letzten Jahren durch die zunehmende Flüchtlingsproblematik in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist.

Stattdessen sieht man sich in den Ladenstraßen großformatigen Plakaten mit typisch deutschen Motiven konfrontiert: Eine Almhütte, ein Kind mit Hund, Fußballfans, der Mannheimer Wasserturm. Jedes Bild trägt die provozierende Aufschriften „Für unsere Zukunft.“ und  „Starkes Afrika = Starkes Deutschland = Focus e. V. für Burkina Faso“. Motiv und Texte stehen in einem scheinbaren Widerspruch. Sie fordern den Zuschauer heraus, sie schaffen Verwirrung. Erst an zentraler Stelle, dem Central Court, wird das Rätsel aufgelöst. Dort präsentierten die Stadt Viernheim zusammen mit dem „Afrikaverein“ Focus e. V. mit großformatigen Rollups und einem Messestand die vielen erfolgreichen Projekte der fruchtbaren kommunalpolitischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden. Die gemeinsam entwickelten Projekte verbessern die Arbeits- und Lebenssituation der Menschen in Afrika und geben Ihnen eine klare Perspektive für die Zukunft in ihrer Heimat. Die Botschaft: Ein starkes Afrika ist eine notwendige Voraussetzung für eine gelingende Zukunft in Deutschland und ganz Europa.

„Für unsere Zukunft.“ „Starkes Afrika = Starkes Deutschland = Focus e. V. für Burkina Faso“. In einer monatelangen Projektarbeit haben sich die Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse „Gestaltungs- und Medientechnik der Karl-Kübel-Schule in Bensheim mit dem Thema „Afrika“ auseinandergesetzt. Sie gehen von der These aus, dass das Wissen zur Entwicklungspolitik und zur (kommunalen) Entwicklungszusammenarbeit bei der deutschen Bevölkerung eher gering bzw. fehlerhaft ist. Konkret heißt für viele Menschen: „Afrika ist nicht mein Problem.“ Vor diesem Hintergrund haben die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern Matias Grzegorczyk und Philip Benz die Grundidee bzw. die Slogans für die Ausstellung entwickelt. „Nur ein wirtschaftlich, sozial und politisch gefestigtes Afrika wird die Herausforderungen der Zukunft meistern können“, war somit die konsequente Schlussfolgerung von Charmaine Hilgert, Schülerin in der Jahrgangstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums der Karl Kübel-Schule. „Afrika ist das schwächste Glied in dieser Wirkungskette und wird dadurch zunehmend auch unseren Wohlstand beeinflussen.“

„Ziel des Plakate-Projekts ist es, der Bevölkerung in der Metropolregion Rhein-Neckar die Herausforderungen einer nachhaltigen kommunalen Entwicklungspolitik näher zu bringen und verständlich zu machen“, ergänzte Manfred Weidner vom Partnerschaftsverein Focus. „Insbesondere die junge Generation wird durch das Projekt für ein entwicklungspolitisches Engagement gewonnen und bringt sich aktiv ein. Dabei entsteht das Gefühl, etwas beitragen zu können für die soziale Gerechtigkeit sowie Problemlösungen zumindest im Kleinen angehen zu können.“ Somit kam es während der Dauer der Ausstellung am zentralen Messestand der Stadt Viernheim und Focus immer wieder zu kontroversen Diskussionen zu den Chancen, Risiken und Grenzen einer kommunalen Entwicklungszusammenarbeit.

„Gerne haben wir uns bereiterklärt aus Anlass der 25-jährigen Städtepartnerschaft bei der Ausstellung die notwendigen Flächen und das erforderliche Equipment zur Verfügung zu stellen“, so Patrick Steidl vom Center-Management bei der Eröffnungsveranstaltung. Viernheims Erster Stadtrat Jens Bolze lobte das Engagement aller beteiligten Personen als vorbildlich in der Metropolregion. Insbesondere die im Jahr 2017 gestartete Klimapartnerschaft zwischen Silly und Viernheim erfülle ihn mit der Zuversicht, dass die intensive kommunale Entwicklungszusammenarbeit noch mehr zum Wohlergehen der Menschen beitragen wird. Schulleiterin Ulrike Rüger freute sich, dass Schüler und Lehrer der Karl-Kübel-Schule durch die Entwicklung des Slogans und die Gestaltung der Plakate maßgeblich zum guten Gelingen der Ausstellung beigetragen haben.

Das Ausstellungsprojekt wurde gefördert von Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, finanziell unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Für das Ministerium ist die Begleitung und Förderung der wirtschaftlichen und  politischen Entwicklung von Afrika seit Jahren ein Schwerpunktthema. Es geht dabei zunehmend um die Unterstützung von kleineren Einheiten, z. B. Städtepartnerschaften oder Verschwisterungen von Landkreisen. (www.engagement-global.de, www.bmz.de)