Flüchtlingswelle hat Silly erreicht

Bereits über 500 Menschen in Viernheims Partnerdepartement eingetroffen

Seit einigen Jahren ist insbesondere der Norden und der Osten von Burkina Faso dem Terror islamistischer Gruppen ausgesetzt. Anschläge auf Schulen, Krankenstationen, christliche Einrichtungen und Polizeistationen sind an der Tagesordnung. Im Sahelgebiet wurden bereits über 1000 Schulen geschlossen. „Aktuell sind über 500.000 Menschen in Burkina Faso auf der Flucht“, beschreiben besorgt Bürgermeister Matthias Baaß und Klaus Hofmann vom Verein Focus e. V. die ernste Situation. „In einer ersten Welle sind bereits über 400 Binnenflüchtlinge aus dem Norden in Viernheims Partner-Landkreis Silly eingetroffen, das im Süden des Landes liegt.“

Judith Lipp, die 2. Vorsitzende des Vereins Focus, hebt hervor: „Der Großteil der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder. Untergebracht sind sie in Zelten. Die Menschen haben nur das wenige an Hab und Gut dabei, das sie am Körper tragen. Benötigt werden insbesondere Lebensmittel, Kleidung und medizinische Versorgung. Im Lager des Dorfes Yâ besteht ein dringender Bedarf an Wasser.“

Die Kommunalverwaltung in Silly ist sofort aktiv geworden. Aufgrund der ernsten Lage sind Bürgermeister Tebi Benao und 1. Stadtrat Kamou Konate an die kirchliche Hilfsorganisation OCADES herangetreten, das burkinische „Gegenstück“ zu Caritas Deutschland. OCADES hat bereits die Lieferungen von Lebensmittel und Kleidung eingeleitet.

Auch in Viernheim ist man sehr besorgt. Judith Lipp und der Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik, Ousseini Ouedraogo, sind ständig mit den verantwortlichen Stellen in Silly in Kontakt, um weitere Informationen zur aktuellen Situation zu bekommen. Dabei stehen sie im ständigen Austausch mit Bürgermeister Baaß und den Vorstandsmitgliedern des Vereins Focus e. V.

Fotos:
1. Stadtrat Kamou Konate und Bürgermeister Eric Benao (v. l.) bei einem Workshop zur Klimapartnerschaft in Viernheim.