Vorstand von Focus e. V. noch aktiver in Zeiten von Corona

Neue Projekte in den Bereichen der Schule, Gesundheitsversorgung und Klimaschutz auf der Agenda

Covid-19 hat unzählige Aktivitäten in unserer Gesellschaft ausgebremst. Ganze Erwerbszweige sind geschlossen, andere Bereiche agieren im „Notmodus“ unter der Last vieler Einschränkungen. Auf den ersten Blick sieht es bei dem Partnerschaftsverein Focus e. v. nicht anders aus. Die Mitgliederversammlung wurde von Frühjahr in den Herbst verschoben und schlussendlich endgültig abgesagt. Physische Treffen der Vorstandsmitglieder fanden nur unter Einhaltung der Abstandsregeln und Hygienevorschriften statt und wurden aus aktuellem Anlass ebenfalls eingestellt. Von einem Stillstand kann aber keine Rede sein. Betrachtet man den Austausch an Informationen mittels Telefons und Mails bzw. unter Nutzung der Messenger-Dienste, so hat man den Eindruck, dass die Aktivitäten im Umfeld des Vorstands und die Kontakte nach Afrika in Zeiten des „Lock-down“ sogar noch zugenommen haben.

Viernheim ist schon seit über 25 Jahren mit dem Landkreis Silly in Burkina Faso durch eine Partnerschaft verschwistert. In Silly leben knapp 35.000 Bewohner auf einer Fläche, die fast doppelt so groß ist wie der Kreis Bergstraße. Die Infrastruktur ist sehr bescheiden. Lediglich zwei mühsam befahrbare Sandpisten durchziehen die große Region. In 38 Schulen werden über 7.000 Schüler unterrichtet. Die acht Gesundheitsstationen stellen nur ein Mindestmaß an gesundheitlicher Versorgung sicher. Ackerbau und Viehzucht dienen der Selbstversorgung, Überschüsse werden kaum erzielt.

Viele Projekte erfolgreich abgeschlossen

Offiziell von der Stadt Viernheim beauftragt, ist ausschließlich der Verein Focus e. V. im Bereich der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit zwischen Silly und Viernheim tätig. Im Laufe dieser Zeit haben sich vor Ort zuverlässige personelle Strukturen entwickelt, die eine effiziente Umsetzung der vielen Projekte ermöglichen. Der Bau einer neuen Grundschule in dem Dorf Kiéré wurde im Herbst abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts „1 Kind -1 Baum“ wurden 8.000 Obstbäume an Schulen und öffentlichen Einrichtungen gepflanzt. Fast 30 neue Tiefbrunnen sorgen für die Bewässerung der Baumsetzlinge und für die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser. Im Berufsbildungszentrum wurde der Zweig Weiterverarbeitung neu eingerichtet. Das heißt, die Herstellung von Seifen, Cremes und Salben aus Karité-Nüssen steht ebenso auf dem Lehrplan wie die Haltbarmachung und sachgemäße Lagerung von Lebensmitteln. Moderne Techniken in Ackerbau und Viehzucht sowie Grundlagen der Wirtschaftslehre werden seit Anfang an vermittelt. Dabei achtet der Vorstand von Focus e. V stets darauf, dass die Projekte nachhaltig angelegt sind. So werden z. B. die aus dem Warenverkauf des Berufsbildungszentrums erzielten Überschüsse zur anteiligen Basisfinanzierung genutzt. Die Bohrung eines Tiefbrunnens erfolgt erst dann, wenn sich die zuständige Dorfgemeinschaft bereiterklärt, durch eine finanzielle Umlage die regelmäßige Wartung der Brunnen zu gewährleisten.

Vorstand leistet unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit

Jedes Projekt erfordert eine sorgfältige Planung mit den Partnern vor Ort. Nach der Projektumsetzung müssen detaillierte Projektberichte, Abrechnungen und eine Evaluation erstellt werden. Bereits das fordert vom Vorstand des Vereins Focus e. V. viele Stunden an ehrenamtlicher Arbeit jede Woche. Dennoch wurden Ende 2020 bereits neue Projekte in Angriff genommen. Bei einem „Corona-Projekt“ wird die Bevölkerung auf den Marktplätzen und an den Schulen der abgelegenen Dörfer und über den lokalen Radiosender über die Schutzmaßnahmen vor Covid-19 von einem speziellen Team informiert. Die Gesundheitsstationen erhalten Hygiene-Artikel und eine Verbesserung der grundlegenden Ausstattung, wie z. B. Blutdruckmessgeräte. In Kleinstbetrieben und im Berufsbildungszentrum werden lokal Seifen, Desinfektionsmittel und Alltagsmasken hergestellt. Für die Risikogruppen sollen spezielle Beratungen erfolgen und Diagnosemittel zur Verfügung gestellt werden. Die Gesundheitsstationen sollen nach und nach mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden, damit notwendige nächtliche Behandlungen und Entbindungen nicht mehr mit Kerzenlicht durchgeführt werden müssen. In den letzten Jahren ist die Einschulungsquote ständig gestiegen. Das führt dazu, dass immer noch ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler in einfachen „Strohdachschulen“ unterrichtet werden muss. Vor diesem Hintergrund läuft aktuell ein Projekt, bei dem insgesamt sechs Schulen mit jeweils drei Klassenräumen erstellt werden sollen. Im Bewerbungsverfahren befinden sich aktuell auch diverse Projekte, die im Rahmen der Klimapartnerschaft zwischen Viernheim und Silly bei Engagement Global gGmbH beantragt wurden. Engagement Global ist für Gruppen und politischen Gemeinden die zentrale Anlaufstelle für Entwicklungsinitiativen in der Einen Welt. Die Gesellschaft ist tätig im Auftrag der Bundesregierung, insbesondere für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Extrem geringe Verwaltungskosten

Schon seit vielen Jahren wurden eine Vielzahl von Projekten durch die unterschiedlichen Institutionen dieser gemeinnützigen Gesellschaft unterstützt. Je nach Schwerpunkten kooperiert der Verein Focus e. V. bei der Abwicklung der Projekte im Rahmen der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit eng mit Abteilungen der Stadtverwaltung Viernheims. Dennoch sind private Spenden weiterhin vonnöten, da die staatliche Förderung nur bestimmte Bereiche abdeckt. So sind z. B. die Unterstützung der laufenden Kosten des Schulbetriebs, der Ausbildung und der Gesundheitsstationen nur in seltenen Ausnahmefällen förderfähig. Durch das ehrenamtliche Engagement und die sparsame „Haushaltsführung“ fließen 99 % der Spendengelder in die Projektarbeit.

Spenden bitte an Focus e. V. bei der Sparkasse Starkenburg, IBAN: DE18 5095 1469 0013 2365 62. Bei Angabe Ihrer Adresse erhalten Sie eine Spendenquittung.

Bilder

Die Bilder zeigen Gespräche des Focus Vorstands mit Bürgermeister Matthias Baaß bzw. mit dem Brundtlandbeauftragten Philipp Granzow im Februar 2020. Inzwischen findet der Austausch nur noch mithilfe der gängigen digitalen Kommunikationswege statt.