"Un enfant - un abre"

Die Kinder von Silly werden in den nächsten Jahren über 10.000 Obstbäume pflanzen

Ein Kooperationsprojekt mit der Friedrich-Fröbel-Schule, Viernheim. Ein Bericht von Birte Markwort:

Mit meiner Klasse 3b nehme ich an dem Projekt „Ein Kind – ein Baum“ teil, das von der Stadt Viernheim und dem Verein Focus getragen und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird. Die Gemeinde Viernheim entwickelt zusammen mit ihrer Partnergemeinde Silly in Burkina Faso Ziele und Maßnahmen, die den Klimawandel vorbeugen bzw. eindämmen sollen. Die Pflanzung von über 10 000 Bäumen in Silly und ca. 100 in Viernheim im Zuge des Projekts „Ein Kind – ein Baum“ ist ein Teil dieses Klimaschutzabkommens auf global-kommunaler Ebene.

In Afrika bekommt jedes neu eingeschulte Kind einen Setzling, den es auf dem Schulgrundstück einpflanzen darf. Es handelt sich natürlich ausschließlich um einheimische Bäume, die an die klimatischen Bedingungen (lange Trockenzeit, kurze, und heftige Regenzeit) angepasst sind. Die Früchte sollen der Schulspeisung zugute kommen und der in einigen Regionen verbreiteten Mangelernährung entgegen wirken.

Natürlich ist auch ein Erziehungs- und Bildungsauftrag mit diesem Projekt verbunden, da die Setzlinge regelmäßig mit Wasser versorgt und gepflegt sein wollen und die Lehrer mit ihren Schülern die Verantwortung dafür übernehmen.

Mitte Oktober bekam ich einen Anruf von Klaus Hofmann, Vorstandsmitglied von Focus, ob ich mir nicht vorstellen könne, mich einer Delegation auf ihrer Reise nach Burkina Faso  im Januar anzuschließen.  Afrika? – Ja, unbedingt!!

Die Schüler der 3b und 4b der Friedrich-Fröbel-Schule ließ ich vor meiner Reise Steckbriefe von sich schreiben, in denen sie auch Fragen an die Kinder in Silly stellen konnten. Diese nahm ich - ins Französische übersetzt – mit und übergab sie dem Schulleiter der Schule Silly A in der Hoffnung, dass die Kinder eine Brieffreundschaft entwickeln und sich über ihre so unterschiedlichen Lebensarten und Gewohnheiten austauschen werden.

Während meiner Reise führte ich in einer Klasse gemeinsam mit Sabine Ruth, Leiterin der städtischen Jugendförderung der Stadt Viernheim und ebenfalls Mitglied der Delegation, auch ein Kunstprojekt durch, das uns allen unheimlich viel Spaß gemacht hat. Die mitgebrachten Pigmente rührten wir zu Farben an, mit denen die Schüler an einer Wand ihres Klassenraums ihre Namen übereinander schrieben. Diese stellen einen Baumstamm dar, während sie mit ihren Händen das bunte Laub der Baumkrone druckten: „Un enfant – un arbre“ = „Ein Kind – ein Baum“.

Ich hoffe nun, dass sich auch an der Friedrich- Fröbel-Schule eine Wand finden lassen wird, die wir mit den Kindern der Klassen 3b und 4b ebenfalls mit einem Baum verzieren dürfen – mit unserem Symbol für eine Partnerschaft, nein, für eine Freundschaft in einer globalen Welt, unser Symbol für den Klimaschutz und den respektvollen Umgang mit der Natur!

Diese Reise war anstrengend, beschwerlich, manches Mal bitter. Sie war voll Herzlichkeit, Wärme, Interesse und Achtung. Es war nicht meine erste Erfahrung mit diesem Kontinent und es wird nicht meine letzte gewesen sein. Wer sich auf die Landschaft, die Menschen, ihre Art zu denken und zu leben einlässt, der wird unweigerlich in ihren Bann gezogen. Ich habe erneut ein Stück meines Herzens auf diesem Kontinent verloren. Und ich freue mich schon jetzt darauf, allen Dorfältesten, allen Frauen der Frauenkommune, allen Jugendlichen und Kindern, die sich nach anfänglichem Zögern getraut haben, eine Weißhäutige anzufassen, erneut die Hände zu schütteln, ihren Tänzen beizuwohnen und ihren Lebensgeschichten zu lauschen. Und bis dahin lerne ich, mich auf Französisch zu unterhalten, um nicht mehr auf einen Dolmetscher angewiesen sein zu müssen!!

Birte Markwort, Klassenlehrerin der 3b und Kunstlehrerin der 4b

(Die Klasse 4b mit ihrem Klassenlehrer Herrn Thon sowie die UNESCO-AG mit Frau Klotzbach nehmen ebenfalls an dem Projekt teil.)